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Jemand muss sich jetzt mal mit dem Schimmelpfennig auseinandersetzen!

Roland Schimmelpfennig hat momentan gleich drei seiner Stücke in Eigenregie am Burgtheater laufen und wird als der erfolgreichste, deutsche oder deutschsprachige Dramatiker überhaupt oder seiner Generation gehandelt. Sein Erfolg manifestiert sich in zwei, drei, vier Uraufführungen in Österreich und Deutschland jedes Jahr, in regelmäßigen Einladungen zu Theatertreffen, in Auszeichnungen und Preisen (u.a. zwei Nestroys). Seine Stücke werden in über 40 Ländern aufgeführt, wird kolportiert.

Eine Annäherung also, eine erste Begegnung mit einer Konstante der Gegenwartsdramatik:

Das fliegende Kind. Ein Requiem. Dunkel. Unheilvoll von Anfang an. Eine Partitur mit Wiederholungen und Variationen des Leitmotivs in 6 Stimmen. Melodisch. Nachhallend. Sich einbrennend.

Eine Zuspitzung. Handlungs- und Themenstränge, die konsequent aufeinander zusteuern: der Dschungel Südamerikas, Bauarbeiter 15 Meter unter der Straße, ein St. Martinszug mit 300 Kindern, ein großes, neues, schweres Auto ohne Licht.

Eine Verkettung. Eltern, die mit den Gedanken woanders sind, überarbeitete Lehrerinnen, ein verlorenes Matchbox-Auto und ein unter den Beifahrersitz gerutschtes Handy. Ein bisschen zu dicht vielleicht, zu viel, zu konstruiert. Oft braucht es gar nicht so viel für den Moment, der das große schwarze Loch aufreißt.

Und wäre da nicht die Frage: Wie kann eine Mutter, deren Kind gerade bei einem Autounfall getötet wurde, zwei, drei Stunden später alleine zu Hause, in ihrem Bungalow am Stadtrand, auf den Vater des Kindes, ihren Mann warten, um ihm diese Nachricht mitzuteilen? Alleine, ohne psychologische Notfallbetreuung, mit dem anderen Kind, das oben? schläft? Würde sich die Frage, wie das in einer ansonsten so realistisch und präzise gestalteten Handlung möglich ist, nicht so vehement in das Finale drängen, wäre „das fliegende Kind“ ein gut konstruierter, erschütternder aber runder Abend.

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