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Arthur Schnitzler zum Geburtstag

„Schreibens S doch einmal was ganz anständiges, damit die Leut nicht sagen, Sie können nichts andres“, soll Burgtheater-Direktor Max Burkhardt 1896 dem aufstrebenden Dramatiker Arthur Schnitzler empfohlen haben.

Schnitzler nahm sich diesen Rat allerdings wenig zu Herzen und begann noch im selben Jahr die Arbeit an seinem „Reigen“, in dem er in zehn erotischen Dialogen den außerehelichen Beischlaf als Thema in den Mittelpunkt rückte.

Selbst von der Unaufführbarkeit des Stücks überzeugt, dauerte es über 20 Jahre bis er die Genehmigung zur Aufführung erteilte. Der Skandal blieb dennoch nicht aus: Vor allem Anhänger nationaler und völkischer Vereine mit antisemitischer Motivation stürmten und störten die Vorstellungen in Berlin und Wien, bis Schnitzler selbst ein Aufführungsverbot für das Stück verhängte. So bestätigte sich, was Schnitzler bereits 1896 in einem Brief formuliert hatte:

„… nach ein paar hundert Jahren ausgegraben, [würde die Scenenreihe] einen Theil unserer Cultur eigentümlich beleuchten...“

Eindrucksvolles Kolorit und zeitloser Blick

An diesem 15. Mai jährt sich Arthur Schnitzlers Geburtstag zum 150. Mal. Und geblieben ist uns in seinem Werk genau das: Ein eindrucksvolles Kolorit der Gesellschaft und Moral in der späten Habsburger Monarchie. Aber darüber hinaus auch eine so gründliche und zeitlose Analyse der menschlichen Psyche, dass uns die Handlungsweisen und Mechanismen seiner Figuren auch heute sehr bekannt vorkommen.

So erfreuen sich die Stücke des Herrn Schnitzler andauernder Beliebtheit. Rund um seinen Ehrentag sind ihm neben den laufenden Inszenierungen (Professor Bernhardi im Burgtheater, Die Traumnovelle im Theater in der Josefstadt) auch einige Sonderveranstaltungen gewidmet:

„Herz-Kestranek liest Schnitzler“ Martinee im Theater in der Josefstadt, 13. Mai, 11 Uhr

"Fräulein Gustl". Natalie Ofenböck und der Nino aus Wien lesen einander Schnitzler vor: 15. und 17.5., 19.30 Uhr, Arena Bar, Margaretenstraße 117, 1050 Wien. Karten: Euro 15,-/12,- Erhältlich am Spieltag an der Abendkassa ab 18:30.

Und ich schenke mir zu meinem Geburtstag (der auch bald ist :)) eine Neu-Bearbeitung meines Lieblingsstücks: „Anatol gratuliert Schnitzler zum Geburtstag“ in der Roten Bar im Volkstheater, 20. Mai, 11 Uhr

Happy Birthday!

 

Artikel zuerst erschienen auf www. stadtbekannt.at

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